Freitag, 28. August 2009

Zerrissen, leer & ausgelaugt

Ich fühle mich so leer und ausgelaugt.
Ich kann gar nicht mal richtig für andere da sein. Und wenn, dann… nicht aufrichtig, also nicht 100 %ig da.

Immer wieder sitze ich da und mir kommen die Tränen – und im Nu versiegen sie wieder weil dann wieder diese Leere einsetzt.

Am liebsten würde ich mich verkriechen… in eine Höhle. In den letzten Tagen denke ich häufiger an das, was mein Bruder und ich als Kinder gemacht haben: den unteren Teil des Hoch- bzw. Etagenbetts belagert und sämtliche Decken und Kissen so hoch gestapelt, dass wir ringsum „eingemauert“ waren.
Oder wir haben alle uns zur Verfügung stehenden Decken und Tücher über Stühle, Tische und sonstiges gespannt – nur mit Wäscheklammern zusammengehalten – und verwandelten unser Zimmer sozusagen in eine Höhle… Das war… schön… Und genau so würde ich mich nun auch am liebsten verkriechen.

Ich halte es immer noch für so unmöglich, dass er allein der Auslöser gewesen sein soll. Aber Auslöser allein spricht ja nicht für die komplette Ursache.

Ging es mir denn früher besser? Wie bin ich damals damit umgegangen?
Da habe ich es doch auch irgendwie überlebt.

Ich fasse mal für mich zusammen:

Geld… ich gebe immer noch mehr aus als ich habe. Es lebe der Dispo. Zumindest reiz ich ihn nicht vollends aus und es gibt glücklicherweise auch Monate, um ihn wieder auszugleichen.
Familie… Meine Familie. Hier. Wichtig. Überlebenswichtig für mich.
Aber dort…?? Mich kotzt das mit meiner Grandma an.
Und ich habe ein schlechtes Gewissen, weil mein Bruder, mein Dad UND sogar meine Tante mir bereits gemailt bzw. mich angerufen haben. Und ich habe nicht reagiert. Aber… mir fehlt auch… die Kraft und die Lust, alles zu erklären…
Freunde… Ich habe hier keine. Spaßleute. Ja, die habe ich hier… Aber die, die wirklich zählen… Die mir jetzt so eine enorme Hilfe und für mich mittlerweile unverzichtbar sind…
Aber zu wissen, dass HIER niemand ist…

Und dann noch er… Der Tropfen, der vielleicht das Fass zum Überlaufen brachte? Oder doch auch ein genauso gewichtiger Punkt wie die anderen drei?

Früher… Machte ich mir um Geld weniger Sorgen als jetzt. Und da hatte ich noch weniger. Allerdings habe ich nun fixere Ausgaben.
Familie… Zählte auch für mich nicht wirklich. War halt da. Mit Grandma kam ich so gut wie nie in Berührung und von den anderen wusste ich, kannte sie aber noch nicht. War also… auch quasi nicht existent.
Freunde… hatte ich viele. So genannte Freunde. Ich hatte immer jemanden, bei dem ich mich ausheulen, mit dem ich was unternehmen konnte. Nun beschränkt es sich hier auf Leute, mit denen ich Spaß haben kann. Das war es auch. Niemand, der an der Oberfläche kratzt.

Dann frage ich mich auch ständig, was mit mir nicht stimmt, warum ich nicht Liebens würdig bin. Früher haben mich doch auch nicht diese Selbstzweifel geplagt…

Ich bin zerrissen…
Ich habe Kopfweh…
Ich habe Bauchweh…
Ich möchte einfach nur noch heim und warten, bis es wieder besser wird. Aber natürlich ändert sich nichts von allein – ich muss daran arbeiten.
Und dazu fehlt mir im Augenblick die Kraft.

Gestern Nacht – vor dem Anruf meiner Eltern – musste ich husten weil ich ein beklemmendes Gefühl auf der Brust verspürte. Es schneidet mir die Luft ab.

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