Freitag, 29. Oktober 2010

Verteidigung

Ist es normal, dass ich ständig das Gefühl habe, ich müsste mich für all mein Denken & Handeln verteidigen?

Das sind die Momente, in denen ich denke, ich sollte aufhören zu bloggen. Zumindest nicht für alle zu bloggen.
Aber das würde in meinen Augen den Sinn verfehlen, da ich doch sehr viel Wert auf die Meinung anderer lege und zwar in dem Sinne, dass sie mich zum Nachdenken anregen.
Doch in manchen Punkten frage ich mich, ob ICH unbelehrbar erscheine oder andere einfach meine Gedanken nicht zulassen möchten.

Ich möchte doch meine Gedanken nicht rechtfertigen müssen, denn sie sind schon vor der schriftlichen Äußerung ein Teil von mir, an dem ich nur schwerlich rütteln lasse.
Speziell in Betracht auf Menschen, die mir wichtig sind.
Es gibt nur wenige Menschen, auf die ich NIEMALS ein böses Wort kommen lassen würde, weil es mir sowas von piepegal ist, was ANDERE zum Verhältnis denken, sondern es für mich zählt, was ICH von ihnen denke und in ihnen sehe.

Dämliche Frage, mal in MICH hineinzuhorchen, was ICH will. Da helfen keine Erklärungen, dass ich nur dann existiere, wenn andere mich brauchen. Es ist so und ich wage es ernsthaft zu bezweifeln, dass es sich jemals ändern wird.
Ich werde wahrscheinlich IMMER mich über andere definieren - ganz gleich, ob Kollegen, Freunde, Partner oder Familie.
Was mir heute half war, dass Walter genauso empfindet. Es geht ihm auch nicht gut und er hat sich nur dann bei mir gemeldet, wenn er merkte, dass es echt enorm schlimm bei mir war.
Meistens habe ich ihn irgendwie abgewimmelt, doch wir sind nun an einem Punkt, an dem ich IHN und er MICH braucht.
Und dadurch existieren wir beide.

Ich freue mich auf die Ablenkung, die mir in 23 Stunden geboten wird.
Ich habe Kochideen en masse und plane alles grob in meine Kopf durch, dass es zeitlich passt.

Ich glaube, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht von anderen in einer gewissen Form 'abhängig' wäre.

Samstag, 9. Oktober 2010

es tut so gut

Es tut so gut, die Wunden, die man sich selbst zugefügt hat, zu spüren. Sie machen sich am Shirt bei unterschiedlichsten Bewegungen bemerkbar.
Es... tut nicht wirklich gut. Man spürt sie einfach. Sie sind da. Ich bin da.

Jeder einzelne

Jeder einzelne Schnitt hat dennoch etwas Beruhigendes an sich.
Leitspruch hin oder her.
Es tut in all der Ausweg- und Aussichtslosigkeit dennoch unheimlich gut. Und heute dauerte es sehr lange, bis ich diesen Schritt dann doch... bis es dann dennoch durch kam. Es war ein ungewöhnlich tiefer Schnitt und dennoch befriedigt mich die offene Wunde, das Blut, das im Licht der Lampe glänzt. Es ist ein relativ tiefer Schnitt. Einer, der eine breite Narbe hinterlassen wird.
Im Augenblick ist mir das egal. Denn ich spüre ihn, mir gefällt der Schnitt, mir gefällt das Blut.

SVV. So könnte man es bezeichnen. Auch wenn es nich regelmäßig vorkommt und vielleicht nicht unbedingt ein Akt der Verzweiflung ist, so ist es bei mir dennoch ein Akt der Verwirrung. Ich sehe dann in gewissen Situationen - eine oder auch mehrere - einfach keinen Ausweg und spüre im tiefsten Inneren, dass es schmerzt. Und das gilt es deutlich zu machen. Den Schmerz spürbar zu machen.

Egal wie viel Positives dennoch immer passiert... ich kann es gar nicht deutlich machen, dass es tief in mir immer schmerzt, mich auffrist und weh tut.
Und das muss irgendwie raus. Ich könnte mir zwar jede Woche den Körper weiter zutättowieren lassen, aber dafür reicht das Geld nicht.
Also gilt es, Alternativen zu finden. Und welche Alternative ist schon naheliegender, einfach ein Messer zu ergreifen und sich dadurch in die Haut zu ritzen. Zu beobachten, wie die Klinge ins Fleisch schneidet, während man sie langsam aber fest über die Haut zieht. Es soll auch weh tun, es soll Schmerzen verdeutlichen, die Nerven müssen getroffen werden...
Dann das Blut... das schöne Krovvy.
In solchen Augenblicken interessiert es einen Scheiß, welche bleibenden Narben davongetragen werden. Es zählt der Schmerz sowie das Blut.
Dumm nur für Rechtshänder. Es endet in verstärkter Narbenbildung am linken Arm.
Man sollte ab und zu wechseln - was die Arme betrifft.
Der Bauch ist beidseitig zu handhaben.
Ist aber weniger deutlich und sichtbar.
Und das hat es ja zum Zweck. Es soll richtig für einen sichtbar sein. Man möchte es richtig spüren und zugleich sehen, wie das Blut fließt.
Das Fett am Arm bei einer wie mir verhindert ohnehin, dass es sonderlich blutet.