Zum Glück ist es in den meisten Bereichen schon besser geworden.
Und trotzdem... jetzt mit Thomas komme ich mir schon manchmal etwas schäbig vor, dass andere unter einer schieflaufenden oder gar keiner vorhandenen Beziehung leiden. Klar - sollte nicht mein Problem sein. Ist es auch nicht. Aber ich weiß ja selbst von mir, wie belastend es sein kann, wenn man auf einmal mitkriegt, dass jemand richtig glücklich mit dem Partner ist.
"Warum kann ich sowas nicht auch haben?"
Mir tut Inga leid, die in ihrer Beziehung nach einem sehr schnellen Zusammenzug nicht sehr glücklich zu sein scheint - allerdings unter Vorbehalt, da im Blog ja wirklich nur das ausgespuckt wird was schlecht läuft.
Und dann Sabrina. 9,5 Jahre Beziehung und dann aus. Und seitdem rutscht sie weiter ab, wurde auch im Büro nicht bezahlt und schließlich wurde ihr gekündigt, da sie es psychisch einfach nicht mehr aushielt. Ich bin mir sicher, dass sie sich trotzdem insgeheim fragt, womit ICH und nicht sie einen Mann wie Thomas verdient habe.
Ich bekomme wirklich ein schlechtes Gewissen, wenn ich immer so von Thomas schwärme.
Und nun auch noch die Schwangerschaft - hier fühle ich mich auch irgendwie wie eine Verräterin... Anna hatte eine Fehlgeburt von einem Kerl hinter sich, der nicht mal während der Zeit der Fehlgeburt hinter und zu ihr stand, Eva und ihr Mann versuchen es auch und es klappt irgendwie nicht... Und dann kommt auch noch Nicole an und kommentiert bei mir, sie hätte auch vor kurzem einen Schwangerschaftstraum gehabt und als sie wach wurde und erkannte, dass es nicht so war, wäre sie sehr sehr traurig gewesen... bei dieser Frau frage ich mich ernsthaft, wie sehr sie eigentlich sie selbst ist. Absolute Identitätsstörung... Ich habe bei ihr sowieso oft das Gefühl, ihr passiert auch immer das, was anderen passiert.
Na, egal - ich schweife ab. Mir vergeht schon im Augenblick wieder ziemlich die Lust, über meine Gedanken und Gefühle offen zu schreiben weil ich immer Bedenken habe, jemanden in irgendeiner Art und Weise zu verletzen. Ich weiß ja noch wie es für mich war, als ich letztes Jahr von Walter erfuhr, dass er seine große Liebe gefunden habe und diese auch ganz schnell heiraten möchte, damit sie aus Georgien zu ihm nach Deutschland kommen kann. Das war ein Knick - weniger, weil ich es ihm nicht gegönnt habe... vielmehr war er für mich auch so eine verlorene Seele und irgendwie auch eine Art "Wenn wir mit 30 noch nicht verheiratet sind"-Lösung.
Und ich habe ihm dieses Glück geneidet - das mindert ja auch immer ein wenig die Empathie...
Das zum Einen.
Zum Anderen kommt jetzt wieder Familie und Arbeit hoch.
Die Familie insofern, weil jetzt einfach alles so schnell kommt: Baby, Hochzeit. Wen lade ich ein? Ich möchte schon auch gerne noch zusätzlich drüben heiraten, doch wie stelle ich DAS an beide Seiten zu "einen"? Muss ich ja nicht, aber... ich hätte viel lieber Dads Seite und weniger die Seite von Papa - und da auch nur von mir Auserwählte. Da fühle ich mich natürlich für mich auch schon im Vorfeld schuldig obwohl ich noch nix verbrochen habe.
Und die Arbeit... es keimen ja jetzt schon wieder Gedanken auf, ob ich das packe oder wieder versage. Zudem ist ja jetzt noch die Problematik: ich fange an, wieder eingegliedert zu werden und muss prompt mitteilen, dass ich nur noch bis Ende Februar arbeiten kann, da ich schwanger bin. Schuldgefühle gegenüber Manu - obwohl die ja in Form eines neuen Kollegen Unterstützung erhalten hat.
Wie gesagt - es ist noch lange nicht so schlimm wie schon einst, aber es ist auch nicht weg und schwelt wieder wie Bodennebel durch die Tage.
Immerhin freut sich André über meine Rückkehr - hat er mir heute per FB mitgeteilt, weil er wissen wollte ob ich jetzt ab 1. September wieder beginne.
Mir graut es vor der Zukunft - vor der Beziehung mit Thomas, vor der Schwangerschaft und Elternzeit, vor der Organisation einer Hochzeit und vor den Finanzen, vor unserer Wohnlage und vor der Arbeit und der Entwicklung, vor meiner persönlichen Entwicklung...
Einfach nur Bäh.
Donnerstag, 25. August 2011
Abonnieren
Posts (Atom)
